Nachnahme-Ganzsache

Ohne große Ankündigung hat die Post zum 1. März 2018 das Verfahren für die Versendung von Briefen und Postkarten per Nachnahme geändert. Bisher wurde durch das kostenpflichtige Nachnahmelabel lediglich der Einzug der Nachnahme durch den Postzusteller abgedeckt. Zuletzt betrug das Entgelt hierfür 2,40 Euro. Von dem eingezogenen Betrag wurde dann noch 2 Euro abgezogen und damit die Überweisung auf das angegebene Konto abgegolten.

Nunmehr deckt das Label sowohl den Einzug als auch die Banküberweisung ab und kostet daher 4,40 Euro. Insofern haben sich die Kosten für die Nachnahme nicht geändert.

Die Deutsche Post hatte 2011 zum Einzug der Nachnahme eine zweiteilige Postkarten-Ganzsache (Michel-Nr. NK1) mit Eindruck eines Wertstempels der Blumenserie herausgegeben. Bis mindestens ins 4. Quartal 2016 war sie noch in der Vorratsliste der Postphilatelie aufgeführt. Der Verkaufspreis betrug 2,85 Euro. In der aktuellen Liste aus dem Oktober 2017 ist sie nicht mehr aufgelistet. Die Nachfrage entsprach wohl doch nicht den Erwartungen.

Für die noch bei den Kunden vorhandenen bisherigen Label soll es dem Vernehmen nach eine Kulanzregelung geben. Die fehlenden 2 Euro können in Form von Briefmarken zusätzlich auf die Sendung geklebt werden. Damit war der 28. Februar der letzte Tag für eine Verwendung der Nachnahmeganzsache ohne Zusatzfrankatur.

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Insgesamt dürfte die Anzahl echt gebrauchter Karten nicht allzu groß sein, was zum einen der verhältnismäßig umständlichen Handhabung geschuldet ist: Man benötigt einen Empfänger, der bereit ist, einen entsprechenden Nachnahmebetrag zu entrichten; hinderlich war auch der Abzug der Überweisungskosten von 2 Euro, die auf dem Beleg selber nicht auftauchen. Wer hat rechtzeitig vor der Umstellung noch einen Beleg gefertigt?

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Notopfer Berlin

Heute vor 60 Jahren, am 1. April 1956, wurden die Steuern gesenkt!

Die Verwendungspflicht für die kleinen blauen Steuermarken Notopfer Berlin entfiel ab diesem Tag. Sie mussten seit dem 1. Dezember 1948 auf die meisten Briefe und Postkarten geklebt werden, die im Inland verschickt wurden. Sendungen nach Berlin und in die DDR waren nicht Notopfer-pflichtig.

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Postkarte vom 31.3.1956, dem letzten Tag der Notopfer-Pflicht

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Bei dieser Karte vom gleichen Tag nahm der Absender den eigentlich erst
am nächsten Tag fälligen Entfall der Verwendungspflicht schon vorweg.
Die Post nahm’s stillschweigend hin.

Keimfrei

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Die Pocken sind seit 1980 ausgerottet. Einer der letzten Quarantänefälle in Deutschland ist auf dieser Postkarte vom 10.4.1972 aus Hameln dokumentiert. Der Absender war offenbar Sammler, denn bis auf den Stempel, der den Bügelvorgang dokumentiert, ist kein weiterer Text vorhanden.

Helmstedt – Zonengrenze

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Direkt am Kontrollpunkt Helmstedt – Marienborn befand sich eine Postfiliale, von der aus diese Postkarte am 25.2.1962 verschickt wurde. Eine erste Anlaufstelle nach dem Passieren der Transitstrecke Berlin – Hannover, zumal zu Beginn der 1960er Jahre private Telefone noch nicht so verbreitet wie in den 70er Jahren waren. Hier wurde die Gelegenheit genutzt, um eine kurze Nachricht zurück in die “Frontstadt” zu schicken.
Der Begriff “Zonengrenze” wurde sonst von keiner anderen Postfiliale geführt.

Frühverwendung ?

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Für die Stephan-Ganzsache P965 gibt der MICHEL-Katalog als Ausgabedatum den Mai 1947 an, bei den Briefmarken ist es der 15. Mai.

Hier liegt nun ein Stück vor, das bereits am 8. April entwertet wurde. Hier könnte man von einer Fehleinstellung (April statt Mai) ausgehen, wenn nicht der Eingangsstempel vom 13.4.1947 von Berlin-Wilhelmsruh vorhanden wäre.

Falls jemand hierzu nähere Angaben machen kann, dann melden Sie sich bitte bei uns.

Nachträglich entwertet

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Der übliche Rundstempel ‘Nachträglich entwertet’ war offenbar in Bad Laer nicht verfügbar; daher wurde hier der normale Tagesstempel vom Schalter 2 (mit dem Unterscheidungsbuchstaben ‘b’) verwendet und ein individuell angefertigter Gummistempel hinzugefügt.