Category Archives: Ganzsachen

Ortsverkehr aus Moskau

Bis 1963 gab es bei der Bundespost eigene Ausgaben für den Ortverkehr, bei dem Post innerhalb einer Gemeinde zu einem gegenüber dem Fernverkehr ermäßigten Portosatz befördert wurde. Der Natur der Sache entsprechend wurden dabei keine weiten Entfernungen zurückgelegt.

Die folgende Abbildung zeigt eine Postkarte für den Ortsverkehr, die aber immerhin von Moskau bis Bonn befördert wurde, allerdings nur teilweise mit der staatlichen Post.

Ortsverkehr

Sie wurde mit der Kurierpost des Außenministeriums (also nicht durch die sowjetische Post) nach Bonn geschickt und dort erst bei der Bundespost eingeliefert wurde. Der Absender Dr. Kasack war Chefdolmetscher an der Deutschen Botschaft und vermisste offenbar das aus Deutschland gewohnte Vollkornbrot, das in Moskau nicht erhältlich war. Das Reformhauses war aber in den drei Jahren, die er bereits in Moskau verbracht hatte, umgezogen und die Karte wurde daher (durch die Post) umadressiert. Ob es mit der Bestellung wohl geklappt hat?

Advertisements

Nachnahme-Ganzsache

Ohne große Ankündigung hat die Post zum 1. März 2018 das Verfahren für die Versendung von Briefen und Postkarten per Nachnahme geändert. Bisher wurde durch das kostenpflichtige Nachnahmelabel lediglich der Einzug der Nachnahme durch den Postzusteller abgedeckt. Zuletzt betrug das Entgelt hierfür 2,40 Euro. Von dem eingezogenen Betrag wurde dann noch 2 Euro abgezogen und damit die Überweisung auf das angegebene Konto abgegolten.

Nunmehr deckt das Label sowohl den Einzug als auch die Banküberweisung ab und kostet daher 4,40 Euro. Insofern haben sich die Kosten für die Nachnahme nicht geändert.

Die Deutsche Post hatte 2011 zum Einzug der Nachnahme eine zweiteilige Postkarten-Ganzsache (Michel-Nr. NK1) mit Eindruck eines Wertstempels der Blumenserie herausgegeben. Bis mindestens ins 4. Quartal 2016 war sie noch in der Vorratsliste der Postphilatelie aufgeführt. Der Verkaufspreis betrug 2,85 Euro. In der aktuellen Liste aus dem Oktober 2017 ist sie nicht mehr aufgelistet. Die Nachfrage entsprach wohl doch nicht den Erwartungen.

Für die noch bei den Kunden vorhandenen bisherigen Label soll es dem Vernehmen nach eine Kulanzregelung geben. Die fehlenden 2 Euro können in Form von Briefmarken zusätzlich auf die Sendung geklebt werden. Damit war der 28. Februar der letzte Tag für eine Verwendung der Nachnahmeganzsache ohne Zusatzfrankatur.

PSo_133

Insgesamt dürfte die Anzahl echt gebrauchter Karten nicht allzu groß sein, was zum einen der verhältnismäßig umständlichen Handhabung geschuldet ist: Man benötigt einen Empfänger, der bereit ist, einen entsprechenden Nachnahmebetrag zu entrichten; hinderlich war auch der Abzug der Überweisungskosten von 2 Euro, die auf dem Beleg selber nicht auftauchen. Wer hat rechtzeitig vor der Umstellung noch einen Beleg gefertigt?